
von Rolf Oberteis
Ein Finanzdienstleister hat ein einfaches Konzept entwickelt, das kleineren Firmen und ihren Mitarbeitern Vorteile bei der Altersversorgung verschafft. Es ist kostengünstiger und dennoch rentabler für alle.
Die Finanzkrise könnte ihnen neuen Zulauf verschaffen. Schließlich dürfte es für kleinere und mittlere Unternehmen schwieriger und teurer werden, bei den Banken an notwendige Kredite zu kommen. Die Dienste der Heppenheimer Auxilion AG haben offensichtlich Zukunft. Der Finanzdienstleister mit seinen 25 Mitarbeitern kümmert sich um die betriebliche Altersvorsorge – mit einem simplen und kostengünstigen Konzept, das mittlerweile 150 Mittelständler und deren Mitarbeiter überzeugt hat.
Zu ihnen gehört Holger Weidmann. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Krautzberger AG in Eltville im Rheingau. Der Hersteller von Lackierpistolen mit rund 100 Mitarbeitern setzt seit 2004 auf die Dienste von Auxilion. „Das klang zunächst wie Zauberei, als uns unser Steuerberater auf den Ansatz von Auxilion verwies“, sagt Weidmann. Zauberei, weil sich die betriebliche Altersvorsorge einfach und kostengünstig gestalten lässt, die Mitarbeiter eine höhere Verzinsung erhalten als bei herkömmlichen Versicherungen und das Unternehmen seine Liquidität erhöht und so die Abhängigkeit von Bankkrediten reduziert.
Das Konzept, das sich die Auxilion- Gründer und Vorstände Tycho Singer und Joachim Bangert ausgedacht haben, ist nicht grundsätzlich neu. Großunternehmen praktizieren seit geraumer Zeit Ähnliches, aber für kleinere Unternehmen waren deren Ansätze nicht zu gebrauchen. Für den Rechtsanspruch ihrer Mitarbeiter auf betriebliche Altersvorsorge kamen auf den ersten Blick nur teure Versicherungen in Frage. Das Auxilion-Prinzip ist die Alternative: Die Mitarbeiter verzichten auf einen Teil ihres Brutto-Gehalts, zahlen das Geld auf ein Sonderkonto ein, aus dem später die Altersvorsorge bestritten wird. Das Unternehmen garantiert dem Mitarbeiter eine feste Verzinsung von rund 5 Prozent und kann über das eingesammelte Kapital verfügen. Vorteil: Der Kredit ist erheblich billiger als ein Darlehen von der Bank.
Das Geld für die Altersvorsorge bleibt im Unternehmen und die Firma kann damit arbeiten. Das Sonderkonto wird als Unterstützungskasse geführt, die für die betriebliche Altersvorsorge anerkannt wird. Das Unternehmen zahlt ebenso seinen Anteil wie der Mitarbeiter, und dies bei staatlicher Förderung der Altersvorsorge. Das Modell ist gegen Insolvenz abgesichert. Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen für die Auxilion-Lösung gewinnen kann, desto besser für Bangert und Singer, denn nur dann erhalten sie eine Erfolgsbeteiligung. Dies ist für das Unternehmen billiger als die Überweisung von Provisionen an Versicherer oder andere Dienstleister. „Hier versinkt jeder Euro in Verwaltungsgebühren, aber am Ende zahlt der Mitarbeiter sogar drauf“, sagt Singer.
Bei Krautzberger haben sich fast 80 Prozent der Mitarbeiter für die Teilnahme entschieden. Die Kostenvorteile gegenüber anderen Konzepten beziffert Weidmann auf rund 10 000 a pro Monat. Bei den Mitarbeitern sieht es ähnlich aus: Von 100 a, die sie vom Bruttogehalt für die Altersvorsorge abzweigen, fehlen ihnen nur netto 30. Und ihr eingezahltes Geld werde vom ersten Tag an voll verzinst. Auf alle Mittelständler passt das Konzept allerdings nicht, räumt Auxilion- Vorstand Bangert ein. Die Firmen müssten kerngesund und solide finanziert sein. Denn die Kosten ließen sich dadurch um höchsten 10 bis 15 Prozent drücken.
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