
von Karl-Heinz Möller
Auch im Mittelstand steht 2005 die Altersvorsorge im Fokus. Auxilion stellt eine interessante Lösung vor
Mit der gesetzlichen Rentenkasse ist kein Staat mehr zu machen. Heute beträgt die Altersrente eines Durchschnittsverdieners nur noch 57 Prozent seines jetzigen Einkommens. Eine sinnvolle Alternative ist die betriebliche Altersvorsorge. Mit dem Recht auf Betriebsrente, das seit 1. Januar 2001 gilt, und dem zum Jahreswechsel wirksam werdenden Alterseinkünftegesetz sind Verbesserungen für Arbeitnehmer eingetreten, die zudem vom Staat ordentlich gefördert werden.
Bei der Entscheidung des Arbeitgebers für eine einzelne Maßnahme oder eine Kombination möglicher Durchführungswege kommt es darauf an, die beste Lösung kompatibel zur Mitarbeiter- und Betriebsstruktur zu finden.
Während Großbetriebe seit Jahren betriebliche Modelle anbieten und Strukturen vorliegen, ist für viele mittelständische Unternehmen das Thema neu. Als Ansprechpartner der Unternehmer drängen sich dabei Versicherungen auf, aber auch Sparkassen, und auf dieses Marktsegment spezialisierte Gesellschaften kreieren professionelle Konstrukte. Ein auf die mittelständische Klientel zugeschnittenes Modell bietet die Auxilion AG, Heppenheim an der Bergstraße, an. Das Konzept setzt auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Regelungen für die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Der Mitarbeiter verzichtet freiwillig auf einen Teil seines Gehalts und erhält dafür später eine Kapitalzahlung, wenn er aus dem Berufsleben ausscheidet. Vorteil für das Unternehmen: Das Geld bleibt im Betrieb. Tycho Singer, Vorstand des auf Pensionsmanagement spezialisierten Hauses, rechnet damit, daß die Umwandlung von Lohn in Kapital einen zusätzlichen Liquiditätsfluß bis zu 15 Prozent der Personalkosten erzeugt. Eine erkleckliche Summe für einen Mittelständler, der in der Regel kaum über Eigenkapital verfügt. Singer sagt: "Das Unternehmen profitiert nicht nur vom Gehaltsverzicht der Mitarbeiter, sondern spart zudem den anteiligen Beitrag für die Sozialversicherung und kann dazu Steuervorteile nutzen." Bei einem Betrieb mit 100 Mitarbeitern könne auf diese Weise innerhalb von fünf Jahren zusätzliche Liquidität von einer Million Euro entstehen.
Holger Weidmann, Geschäftsführer eines kleineren Produktionsbetriebes aus dem Bereich Oberflächentechnik und Beschichtungslösungen in Eltville am Rhein, sagt dazu: "Wir haben die knapp 100 Mitarbeiter selbst entscheiden lassen. Überzeugt hat sie die Tatsache, daß jeder Kollege - ob kurz vor dem Ruhestand oder gerade frisch ausgebildet- sofort erkennen kann, was er zum Zeitpunkt X an Rente erhält. Bei garantierten fünf Prozent Verzinsung", sagt Weidmann. Den Unternehmer freue natürlich die Stärkung der Eigenkapitalbasis und die Senkung der Personalkosten um mindestens 10 000 Euro.
Für Karl-Martin Pfenning, geschäftsführender Gesellschafter der Pfenning Logistik GmbH aus Viernheim bei Mannheim, war der Aspekt einer zusätzlichen Eigenkapitalquelle von untergeordneter Bedeutung. Pfenning zieht Modelle wie das Auxilion-System deswegen vor, weil sie nicht von vornherein mit hohen Provisionen und Verwaltungskosten belastet sind. Abgesehen von der Verzinsung, die deutlich über dem Niveau von Versicherungen liege, sei die einfache Struktur ein entscheidender Grund für die Einführung des Systems von Auxilion gewesen. Bei seinen 1200 Arbeitnehmern sei die Akzeptanz auch von Anfang an höher gewesen als bei den vorher ausprobierten Pensions- und Unterstützungskassen. Pfenning: "Der Mitarbeiter kann individuell die Höhe der Prämie aushandeln, sie zwischenzeitlich variieren oder sogar mal aussetzen, wenn die Lebensumstände dies erfordern." In der auf Outsourcing von Logistikleistungen für Chemie, Automobile, Handel und Markenartikel spezialisierten Firma wurde mit 80 Prozent eine Quote erreicht, die kühnste Erwartungen übertraf.
Honorare für die Dienstleistung der Auxilion werden aus der durch Entgeltumwandlung erzielten zusätzlichen Liquidität gezahlt. Das Konto wird also erst dann belastet, wenn bereits ein tatsächlicher finanzieller Vorteil eingetreten ist.
Probleme mit der Sicherheit gibt es nicht. Der Pensions-Sicherungs-Verein PSV bürgt für die eingezahlten Beträge.
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